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Bad Mergentheim - Deutschordensschloss
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Noch heute ist deutlich sichtbar, dass die umfangreiche Anlage ursprünglich aus einer Wasserburg hervorging. Das ist am Grundriss der älteren Schlossteile zu erkennen. Auch wenn diese im 16. Jahrhundert in eine repräsentative Renaissanceanlage umgebaut wurden, gruppieren sie sich noch in altbewährter Weise um den einstigen Burghof. Daran anschließend entstanden ab 1626 die Bauwerke des sogenannten Äußeren Schlosses, zu dem das Hauptportal mit der Brücke über dem Wassergraben, das Kanzleigebäude, der Marstall, das Bandhaus, die Reithalle und die Orangerie gehören.
Bereits 1219 gelangte die Burg als Geschenk in den Besitz des Deutschen Ordens, der sich die Kolonisierung und Christianisierung Osteuropas auf die Fahnen geschrieben hatte. Er nutzte die Anlage zunächst als Komturei. Dem zum Teil auf friedlichem Wege und zum Teil mittels Gewalt erfolgten Vorstoße nach Osteuropa folgte schließlich an der Ostsee die Gründung des Deutschen Ordensstaates. Er lag außerhalb des Heiligen Römischen Reiches und damit auch außerhalb der Macht des Kaisers und wurde bis 1525 von gewählten Hochmeistern regiert. Als der letzte dort residierende Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach in Folge der Reformation zum protestantischen Glauben wechselte entzog er dem Deutschen Orden gleichzeitig das Staatsterritorium. Er formte daraus das zunächst zum polnischen Königreich gehörende Herzogtum Preußen. Mit dem Verlust seines Staates verlor der Deutschen Orden auch seine Residenz im ostpreußischen Königsberg (heute Kaliningrad). Dadurch wurde die Burg in Mergentheim zum neuen Sitz der Hoch- und Deutschmeister und entsprechend ausgebaut.
Die hochinteressante Geschichte des Deutschen Ordens kann heute im Schlossmuseum ausgiebig studiert werden. Hierbei können auch eine Vielzahl prunkvoll gestalteter Räume und Bauteile besichtigt werden, die in der Zeit der Renaissance, des Rokoko und des Klassizismus entstanden und von insgesamt 18 Hochmeistern genutzt wurden. Hierzu gehören die Berwarttreppe, die Säulenhalle, das Götterzimmer, die Neue Fürstenwohnung, der Kapitelsaal und die Hauptstiege. Gleichzeitig zeigt das Museum aber auch Ausstellungen zur Stadtgeschichte und eine Sammlung historischer Kunstwerke. Ebenfalls nicht verpassen sollte man die Schlosskirche. Sie ist ein besonderes Juwel, bei dessen Ausstattung auch die berühmten Baumeister und Künstler Balthasar Neumann und François Cuvilliès beteiligt waren. Wir empfehlen deshalb viel Zeit mitzubringen, zumal sich im Anschluss noch die Besichtigung des Schlossparks und des daran anschließenden Kurparks lohnt.


Öffnungszeiten und weitere Informationen zum Deutschordensschloss:







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