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Viele Ortschaften im Norden
Bayerns und im Süden
Thüringens
besitzen ungewöhnlich ummauerte und befestigte Kirchen, die im Mittelalter eine Doppelfunktion besaßen. Sie dienten sowohl als Gotteshäuser als auch im Kriegsfall dem Schutz der ansässigen Bevölkerung. So kommt es, dass viele Kirchen der fränkischen Region von dicken Mauern mit Wehrgängen und hohen Türmen umgeben sind, die deshalb als Kirchenburgen bezeichnet werden. Eine besonders erwähnenswerte Anlage dieser Art befindet sich in der kleinen, aber uralten Stadt Ostheim vor der Rhön. Die Befestigungsanlage der Stadtkirche St. Michael ist die größte und eine der am besten erhaltenen Kirchenburgen Deutschlands. Das im 16. Jahrhundert, anstelle einer Vorgängerkirche, erbaute Gotteshaus wird von einer doppelten Ringmauer mit fünf vollständig erhaltenen Türmen umgeben. Neben der Kirche gibt es innerhalb der Burg noch mehr als 60 Speicherkeller mit sogenannten Gaden (einräumige Häuser), die der Anlage ein ganz eigenwilliges Aussehen verleihen. Hier lagerten die Ostheimer wichtige Güter ein, die dadurch nicht nur vor Feinden sondern auch vor Hochwasser geschützt waren. Interessant ist dabei, dass diese Tradition bis zum heutigen Tag ihre Fortsetzung findet. Noch immer besitzen viele Ostheimer Familien einen Keller mit Gaden in ihrer Burg, den sie als Lagerraum nutzen. Von der Stadt kommend, betritt man die Burg durch ein Torwächterhaus. Hier befindet sich seit 2008 eine Ausstellung, in der sowohl die Vergangenheit der Ostheimer Kirchenburg als auch die Geschichten der benachbarten Kirchenburgen dargestellt und beschrieben werden. Daneben ist natürlich auch die Kirche sehenswert. Neben dem Renaissanceportal kann man besonders die bemalte hölzerne Tonnendecke, den Taufstein und mehrere Grabdenkmäler bewundern. Lohnend ist auch ein kurzer Rundgang durch die kleine Stadt, die auf eine sehr interessante Geschichte zurückblickt. Ostheim vor der Rhön entstand ursprünglich aus mehreren Adelssitzen fränkischer Edelfreier. Noch im Mittelalter gab es hier 12 reichsunmittelbare Höfe, die nur dem König bzw. Kaiser unterstanden. Erst relativ spät gelangte das Städtchen in den Machtbereich der Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Als Enklave gehörte Ostheim deshalb noch bis 1945 zu Thüringen. Von dieser bewegten Vergangenheit zeugen noch einige sehenswerte Fachwerkhäuser, das kleine Schloss Hanstein mit einem einzigartigen Orgelbaumuseum und die oberhalb der Stadt stehende Ruine der Lichtenburg. Öffnungszeiten: Burg und Kirche sind jederzeit frei zugänglich. in der Regel von Freitag bis Montag, 14:30 Uhr - 17:00 Uhr, geöffnet (im November, Januar und Februar geschlossen). Kirchenführungen sind jeweils Mittwoch, 11:00 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon: 09777-1850. | ||
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Lage der Kirchenburg: | ||
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Luftbild von der Kirchenburg in Ostheim vor der Rhön, mit Straßenkarte und Zoomfunktion auf
www.maps.google.de. | ||
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Kirchenburg Ostheim im Internet: | ||
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