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Passau - Dom St. Stephan
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Seit 1924 versuchen die Passauer regelmäßig in ihrem Dom die größte Orgel der Welt einzubauen. Doch meist nur vergeblich. Die Amerikaner sind einfach immer besser. Mit 233 Registern und 17.794 Pfeifen besitzt die aus mehreren Orgeln zusammengebastelte Gesamtanlage trotzdem gewaltige Ausmaße. Und für den Titel "Größte Domorgel der Welt" reicht es immerhin doch noch.
Doch Marketing hin oder her, die Besichtigung des Stephandoms lohnt sich eigentlich weniger wegen der Orgel, sondern eher wegen der beeindruckenden Architektur, der aufwendigen Ausstattung und der an einigen Details erkennbaren, mehr als 1.500 Jahre langen Geschichte.
Bereits um das Jahr 450 stand hier schon eine Kirche, in der die christlichen Römer magischen Worten über Gottes Wille lauschten. Nach der Völkerwanderung wurde das Gotteshaus neu erbaut, sodass schließlich Bonifatius im Jahr 739 hier einen Bischofssitz gründen konnte. Damit wurde die Kirche zum Dom, der allerdings bei einer Belagerung durch Kaiser Otto II., im Jahr 977 oder 978, zerstört wurde. Nun begann die Entstehung der heutigen Kirche, deren Weihe schließlich am 5. August 985 stattfand. Auch wenn sie später im frühgotischen, dann im spätgotischen und schließlich im barocken Stil vergrößert und umgebaut wurde, geht alles auf diesen romanischen Vorgängerbau zurück.
Eigentlich kann der Dom dadurch auch kein stilgerechtes Aussehen besitzen. Trotzdem gilt er als ein hervorragendes Bauwerk der barocken Baukunst. Dem italienischen Baumeister Carlo Lurago ist es einfach gelungen aus mittelalterlichen und neuen Bauteilen ein harmonisches Ganzes zu formen, das es in dieser Ausführung nicht noch einmal gibt. Deshalb wird das Bauwerk auch als barocker Dom mit gotischer Seele bezeichnet.
Während im seitlich angrenzenden Domhof, der aus dem 1812 abgebrochenen Kreuzgang entstand, das Mittelalter noch greifbar ist, besitzt besonders das Kircheninnere eine überwältigende barocke Pracht. In jahrelanger Arbeit haben die ebenfalls aus Italien stammenden Stuckateure und Freskenmaler zahlreiche Begebenheiten aus der Geschichte des Christentums zum Leben erweckt. Wo das Auge auch hinschaut, überall haben Figuren oder Zeichnungen etwas zu sagen. Ganz besonders betrifft das die Decke, weshalb mancher Besucher den Dom mit einem steifen Hals verlässt. Das 17. Jahrhundert hat hier wirklich ein gewaltiges Erbe hinterlassen.


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