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Berlin - Reichstagsgebäude
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Vor allem durch die begehbare Glaskuppel über dem Plenarsaal des Deutschen Bundestages ist das alte Reichstagsgebäude neben seiner politischen Bedeutung heute eine der touristischen Hauptattraktionen von Berlin. Dabei war die Glaskuppel eigentlich gar nicht vorgesehen. Erst nachdem der britische Architekt Sir Norman Foster seinen Entwurf zum Umbau des alten Reichstages ein drittes Mal überarbeiten musste, plante er überhaupt eine Kuppel mit ein. Kurz darauf gab es gleich juristische Querelen, ob der Entwurf überhaupt von ihm stammt oder einfach nur abgekupfert wurde. Doch das war eigentlich nur die Fortsetzung der spannenden, von Pannen, Konflikten und Zerstörungen begleiteten Geschichte des Reichstages.
Die Probleme begannen schon 1872 mit dem zehn Jahre andauernden Erwerb des Grundstückes, da der alte Eigentümer erst gar nicht gefragt wurde. Nach dem Kauf des Areals gab es sofort wieder Streit. Der Architektenwettbewerb musste neu ausgeschrieben werden. Die Realisierung des neuen Entwurfs wurde nach der Grundsteinlegung von Inkompetenz auf Seiten der Auftraggeber, durch andauernde öffentliche Kritik und wegen überheblichen Einwendungen durch den deutschen Kaiser massiv behindert. Als das Reichstagsgebäude 1894 endlich übergeben werden konnte, war der mehrfach überarbeitete Entwurf immer noch nicht fertiggestellt. Erst 1916, nach dem Tod des Architekten, wurde mit dem Anbringen des Spruches "Dem Deutschen Volke" das Bauvorhaben letztendlich abgeschlossen.
Schon 1933 war durch den berühmten Reichstagbrand erst einmal Schluss mit der parlamentarischen Nutzung. Ein weiteres tat der II. Weltkrieg mit der Bombardierung des Gebäudes. Erst 1973 wurde der Reichstag als Museum wieder eröffnet. Durch den Wiederaufbau hatte sich das Aussehen des Bauwerks allerdings erheblich verändert. Für eine parlamentarische Nutzung war es nun vollkommen ungeeignet, sodass noch einmal alles neu gebaut werden musste. In Fortsetzung der alten Tradition wurden die Planungen wieder ständig verworfen und abgeändert. Sehen lassen kann sich der Reichstag trotzdem oder gerade deshalb, was man auch an dem starken Touristenansturm messen kann. Man sollte viel Zeit mitbringen. Die Schlange am Besuchereingang ist fast immer sehr lang.

Öffnungszeiten: Die Kuppel ist täglich von 08:00 Uhr - 24:00 Uhr kostenlos zugänglich. Weitere Informationen unter Telefon: 030-22732152.


Lage des Reichstagsgebäudes:

Luftbild vom Reichstagsgebäude mit Straßenkarte, Routenplaner und Zoomfunktion auf www.maps.google.de.

Das Reichstagsgebäude liegt im Berliner Stadtzentrum am Tiergarten, nahe des Brandenburger Tors. Es ist vom Hauptbahnhof und vom S-Bahnhof Potsdamer Platz aus gut zu erreichen.

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