
![]() Spreewaldkahn in Lübbenau - weiter » | |||||||||||||
it seinem Netz aus Wasserläufen (Fließen) von über 1550 km Länge, von denen 250 km mit Booten befahren werden dürfen, ist der Spreewald ein einzigartiges Natureldorado. Ursprünglich entstand diese ungewöhnliche Landschaft nach der letzten Eiszeit, als die hier durch ein Niederungsgebiet fließende Spree zahlreiche Verzweigungen bildete, die sich zudem nach jedem Hochwasser veränderten. Deshalb wurde das unwegsame Gelände auch erst ab dem 17. Jahrhundert von slawischen und deutschen Kolonisten besiedelt, die hier eine ungewöhnliche Infrastruktur schufen. Ähnlich wie in Venedig, passten die Bewohner ihr Leben an das Wasser an. Die Fließe wurden zu schiffbaren Kanälen erweitert und sogar noch zusätzliche Wasserachsen angelegt - teilweise auch zu Entwässerungszwecken. Der Verkehr fand damit größtenteils auf den Kanälen statt. Da es deshalb ursprünglich auch keine Straßen gab, wurden nur für die Fußgänger hohe Holzbrücken über die Fließe errichtet. Ob die Bauern ihre Produkte in den anliegenden Städten verkaufen wollten oder die Kinder zur Schule mussten, alles fand noch bis vor wenigen Jahrzehnten mit Kähnen statt. Deshalb stehen die Häuser meist unmittelbar an den Fließen und die schmalen in das Gebiet führenden Straßen, die zudem oft als Sackgassen enden, wirken an vielen Stellen wie Fremdkörper.Heute bieten unzählige Veranstalter Boots- und Kanutouren auf den Wasserstraßen an. Besonders beliebt sind Rundfahrten mit den typischen Spreewaldkähnen, bei denen man von einem traditionell gekleideten Bootsführer - oder einer Bootsführerin - an kleinen Wiesen, Wäldern und Streuobstwiesen entlanggestakt wird. Dabei tauchen am Ufer immer wieder kleine Gehöfte mit zum Teil reedgedeckten Dächern und blühenden Bauerngärten auf. Ein Schwerpunkt für die Rundfahrten bildet die Stadt Lübbenau, in deren Kahnfährhafen während der Saison im Abstand von nur wenigen Minuten die Touristenboote ablegen. Doch auch alle anderen Ortschaften, wie z.B. Burg, Schlepzig, Lübben und Vetschau, besitzen einen gut ausgeschilderten Kahnfährhafen, von dem aus man sich durch das Wasserlabyrinth staken lassen kann. Oft starten die Bootsleute hier am frühen Morgen, um bei einer Ganztagestour bis in den so genannten Hochwald zu fahren. Er besitzt noch ein besonders ursprüngliches Aussehen und ist deshalb der schützenswerteste Teil im sogar unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehenden Biosphärenreservat Spreewald. Natürlich kann man den Spreewald auch auf eigene Faust erkunden. Für Wasserwanderer wurden sogar ausgeschilderte Wasserwanderrastplätze angelegt, auf denen jeweils für eine Nacht übernachtet werden kann. Ebenso beliebt sind Radtouren durch das Gebiet und entlang einiger Kanäle. Kulturell ist die Region bis zum heutigen Tag vor allem durch die slawischen Sorben geprägt, was auch überall an den zweisprachigen Ausschilderungen zu sehen ist (Wobei allerdings die Menschen der Region heutzutage mit der deutschen Sprache aufwachsen und die Zahl der aktiv sorbisch sprechenden Leute immer geringer wird). Das Freilandmuseum Lehde, mit drei historischen Spreewaldgehöften im Lübbenauer Ortsteil Lehde, zeigt noch anschaulich die traditionelle sorbische Lebensweise. Ebenso gibt es auch überall die in den Spreeniederungen auf kleinen Horstäckern (künstlich aufgeschütteten Erhöhungen) angebauten Spreewaldgurken und Meerrettich sowie weitere typische Produkte zu kaufen. | |||||||||||||
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