Hooksiel steht als Beispiel für die Sielhäfen der friesischen Nordseeküste. Diese stellen eine Besonderheit dar. Bedingt durch das Wattenmeer und das flache Hinterland gibt es nur wenige Möglichkeiten mit dem Schiff oder Boot in die Nordsee zu gelangen. Deshalb werden dafür schon seit alten Zeiten die Entwässerungsrinnen der Marsch genutzt, die als Priele durch das Watt ins offene Meer führen. Dort wo diese Rinnen die Deiche passieren, werden sie Siele genannt. Um eine optimale Entwässerung des Festlandes zu gewährleisten, werden die Siele seit dem späten Mittelalter mit einem Sieltor gesichert, das bei Ebbe geöffnet und bei Flut geschlossen wird. Viele Sieltore sind als Schleusen ausgebaut, somit für Schiffe passierbar und besitzen deshalb einen Sielhafen.
Durch die Landgewinnung der letzten Jahrhunderte verschoben sich regelmäßig die Siele, sodass heute oft mehrere Sieltore hintereinander liegen und einige Sielhäfen mitten im Hinterland liegen und manchmal nur noch der Name an einen Hafen erinnert. Anhand dieser alten Häfen und den durch das Land verlaufenden ehemaligen Deichen kann man den einstigen Küstenverlauf oft noch gut nachvollziehen.
Die Sielhäfen gehören zu den romantischsten und meistbesuchten Orten in Ostfriesland. Alte Fischkutter, urige Gaststätten und interessante Ausstellungen befinden sich an vielen dieser Häfen. Besonders empfehlenswert ist das Deutsche Sielhafenmuseum in Carolinensiel mit Museumshafen sowie Ausstellungen und Informationen zur Geschichte der Sielhäfen.
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