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Marksburg
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Mit Burgen ist der Rhein zwischen Bingen und Bonn ja reichlich bestückt. Mehr als 40 dieser ursprünglich aus dem Mittelalter stammenden Wehrbauten reihen sich hier auf den steil ansteigenden Berghängen aneinander. Sie sind der Hauptgrund, warum ein großer Teil dieses Rheinabschnittes unter dem Schutz der UNESCO gestellt wurde. Doch kaum eine dieser Burgen besitzt noch ihr originales Aussehen. Sie zeigen eigentlich nur, wie sich die Menschen im ausgehenden 19. Jahrhundert das Mittelalter vorgestellt haben, denn die Bauwerke waren so zerfallen und zerstört, dass sie in der Gründerzeit von den Burgenliebhabern vollständig wieder aufgebaut werden mussten. Eine erfreuliche Ausnahme stellt hierbei die oberhalb von Braubach stehende Marksburg dar. Sie wurde nie zerstört und war immer bewohnt, wenn auch zeitweise nur von Gefängnisinsassen. Dadurch blieb im Großen und Ganzen alles stehen und in der Anlage können die Besucher heute in einem original erhaltenen Denkmal die Welt des Mittelalters kennen lernen.
Schon das Betreten der Befestigung, durch drei gewaltige Burgtore, ist ein Erlebnis. Im Burginneren selbst können dann der Rittersaal, die Kapelle, eine ganze Reihe von Ritterrüstungen, die Folterkammer, die Burgschmiede, die Burgküche samt Weinkeller, aber auch Bastionen mit alten Kanonen besichtigt werden. Zwar ist das nur per Führung möglich, doch auf diese Weise lernen die Besucher auf unterhaltsame Weise auch viel über die Geschichte der einst von Grafen bewohnten Burg und ganz nebenbei auch über mittelalterliche Gepflogenheiten und ihren Eingang in die Deutsche Sprache kennen, wenn z.B. nicht so wohl gesonnene "Besucher" Pech hatten oder nach den Mahlzeiten die Tafel aufgehoben wurde. Aber auch, was so unter welchem Namen angepflanzt wurde ist hier zu erfahren, denn in der einstigen Zwingeranlage wurde ein Kräutergarten mit mittelalterlichen Nutzpflanzen angelegt.
Der historisch geschulte Leser wird sicher schon gemerkt haben, dass nicht alles auf der Burg aus dem Mittelalter stammt. Mit dem romanischen Palais, dem Backhaus, den Zwingermauern samt Toren und nicht zuletzt dem Bergfried mit seinem charakteristischen runden Turmaufbau, den sogenannten Butterfassturm, besitzen allerdings die wichtigsten Bauwerke auf der Kernburg noch ihr zwischen dem 12. bis zum 14. Jahrhundert entstandenes Aussehen. Auch die in späteren Zeiten umgebauten Teile der Anlage veränderten den Gesamteindruck nur wenig. Lediglich die um die Burg verlaufenden Bastionen und Kanonenstellungen waren ein größerer Eingriff, der im 16. und 17. Jahrhundert stattfand. Die Burg ist damit ein so gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen Anlage, dass sie beinah sogar abgetragen und nach Japan verkauft worden wäre, doch zum Glück entschied man sich dann "nur" für einen originalgetreuen Nachbau. Die Inneneinrichtung ist allerdings nicht original. Sie ist zwar stilgerecht, wurde aber erst ab 1900 vom Deutschen Burgenverein angeschafft, der die Burg auch verwaltet. Doch das tut dem Erlebnis, das besonders bei Familien mit Kindern sehr beliebt ist, keinen Abbruch. Lediglich die Anreise ist nicht immer einfach. Zwar gibt es unterhalb der Burg einen kleinen Parkplatz, doch der ist in der Hauptsaison oft belegt. Als Alternative bietet sich im Sommer aber die Fahrt mit der Bimmelbahn an, die in der ebenfalls sehenswerten Stadt Braubach startet.


Öffnungszeiten und weitere Informationen über die Marksburg:



Lage der Marksburg:

Luftbild von der Marksburg in Braubach am Rhein mit Straßenkarte und Zoomfunktion auf www.maps.google.de.



Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten im Umkreis der Marksburg in Braubach (Region Kamp-Bornhofen):



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