
![]() Stadtmauer mit Elbtor und dahinter liegender Roßfurt - weiter » | |
ie ein Phönix aus der Asche hat sich die uralte, an der Elbe liegende Stadt in den 1990er und 2000er Jahren aus einer schmuddeligen Kleinstadt zu einer der attraktivsten Touristenziele in Sachsen-Anhalt gewandelt. Die Voraussetzungen waren hierzu natürlich optimal, denn die bis zu 1.000 Jahre alte historische Bausubstanz blieb im Zweiten Weltkrieg und trotz der Vernachlässigung in der DDR-Zeit vollständig erhalten. Das aus gotischen Backsteinarchitekturen und liebevoll gestalteten Fachwerkhäusern bestehende Städtchen, in der einst Kaiser Karl IV. residierte und das lange Zeit ein stolzes Mitglied der Hanse war, ist deshalb heute ein richtiges Schmuckstück - und für einige noch ein echter Geheimtipp. Nur in wenigen anderen deutschen Städten lässt sich die Atmosphäre des Mittelalters noch so gut nachempfinden, wie in dieser von hohen Mauern und Türmen umschlossenen Stadt.Neben dem uralten Mauerwerk und geschnitztem Fachwerk trägt auch die kleinstädtische Prägung zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Trotz dieser Übersichtlichkeit gibt es eine ungewöhnlich hohe Dichte an gemütlichen Gaststätten und angenehmen Beherbergungsbetrieben. Den Touristen stehen einfach viele Möglichkeiten zur Verfügung und nicht ohne Grund haben die Radfahrer auf dem Elbradwanderweg Tangermünde schon längst als eines ihrer wichtigsten Etappenziele erkoren. An den vielen aufwendig gestalteten Bauwerken im Stil der norddeutschen Backsteingotik, wie dem schmucken Rathaus, der St. Stephanskirche und dem Neustädter Tor, lässt sich auch heute noch die einstige Bedeutung der Stadt ablesen. Als zweitwichtigste Residenz des Kaisers war Tangermünde zum Ende des 14. Jahrhunderts sogar ein politisches Zentrum des Reiches. Hierzu trug die verkehrsgünstige Lage an der Elbe bei. Später war Tangermünde deshalb auch Sitz der Brandenburger Kurfürsten. Lediglich einem Streit um die Biersteuer ist es zu verdanken, dass Kurfürst Johann Cicero von Brandenburg 1488 die Residenz schließlich nach dem später mit Berlin vereinigten Cölln verlegte und Tangermünde die Entwicklung zur Hauptstadt Brandenburgs verpasste. Ein großer Stadtbrand vernichtete schließlich 1617 alle Wohnhäuser. Beim Wiederaufbau entstand das heutige Stadtbild mit den vielen schmucken Fachwerkhäusern. Doch der mit dem Zerfall der Hanse verbundene Niedergang der Stadt ließ sich nicht aufhalten. Tangermünde versank im Dornröschenschlaf und blieb so wie es ist - mit wenigen Ausnahmen mehrere Jahrhunderte lang. Eine Perle, die zurecht nach dem Ende der DDR geborgen wurde. Unserer Meinung nach ist Tangermünde damit das wichtigste Touristenziel in der Altmark und ganz nebenbei ein idealer Ausgangspunkt um weitere Attraktionen der Region, wie Stendal und das Kloster Jerichow, zu besichtigen. | |
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