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Sachsen-Anhalt - Ausflugsziele

Halle - Moritzburg

Moritzburg: Burgtor und Burgkapelle Talamt auf der Moritzburg Kunstmuseum auf der Moritzburg

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Wie wurde man im Mittelalter vom Papst zum Bischof ernannt? Ganz einfach: Man musste nur genug Geld hinlegen. Das lukrative Amt des Erzbischofs von Magdeburg, das eine erhebliche politische Macht und ein hohes Einkommen versprach, geriet 1476 genau so in die Hände eines sächsischen Herzogsprösslings und danach in die eines selbigen aus Brandenburg. Die später geborenen Söhne aus hohen Häusern konnten mit diesem Trick ebenfalls über ein eigenes Territorium herrschen, obwohl das Land ihrer Väter ja nur an die Erstgeborenen vererbt wurde. Es gab lediglich die Einschränkung, dass ihre Frauen und Kinder nicht als solche anerkannt wurden, da sie als Erzbischöfe ja offiziell im Zölibat lebten.

Die Herrschaft über das Erzbistum war allerdings nicht immer einfach. So musste auch erst einmal die Macht über die rebellische Stadt Halle wieder hergestellt werden. Dank eines Streites zwischen den Handwerkern und Salzsiedern gelang das Erzbischof Ernst II. von Sachsen 1479 auch. Um nun dauerhaft präsent zu sein, erbaute er in Halle die Moritzburg, in der er ab 1503 auch residierte. Doch weil er gesundheitlich angeschlagen war, verstarb er bereits 1513. In die Moritzburg zog mit Albrecht von Brandenburg nun allerdings jemand aus dem Hause Hohenzollern, die als Herrscher über Brandenburg mit den sächsischen Fürsten im Wettstreit lagen. Das ganze bekam 4 Jahre später eine neue Bedeutung, als Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlichte. Diese beeinträchtigten nämlich vor allem die großzügigen Provisionen, die Erzbischof Albrecht von Brandenburg für den von Luther kritisierten Verkauf von Ablassbriefen erhielt. Aus einer anfangs kaum wahrnehmbaren Rivalität gegenüber den Herzögen und Kurfürsten von Sachsen, die Luther erst heimlich und dann offen unterstützten, entwickelte sich so nach und nach eine unerbittliche Feindschaft. Das verschärfte sich auch noch, als der Erzbischof zum Überfluss mit seinem zum Luthertum übergetretenen Neffen, dem Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg, aneinander geriet. Deshalb wurde Albrecht von Brandenburg schließlich im Jahr 1541 aus dem kurz zuvor protestantisch gewordenen Halle vertrieben. Damit endete schon nach 38 Jahren die Nutzung der Moritzburg als Residenz mächtiger katholischer Erzbischöfe. Sie sollte nie wieder ihren alten Glanz zurück erhalten, auch wenn von der Burg aus ein Erzbischof später vergeblich versuchte den katholischen Glauben wieder einzuführen. Nach der Zerstörung der Moritzburg im Dreißigjährigen Krieg war die Chance dazu schließlich endgültig vertan.

Obwohl die Befestigung nur unvollständig erhalten blieb, ist die Pracht einer spätgotischen Residenz anhand der aufwendig gestalteten Fenster- und Türeinfassungen noch gut zu erkennen. Vieles erinnert auch an ein Schloss. Und genau das war die Moritzburg irgendwie auch, denn am Ende des 15. Jahrhunderts begann allmählich der repräsentative Charakter der Fürstensitze eine größere Bedeutung zu erlangen. Das fand an der Moritzburg seine ersten architektonischen Ausdrucksformen.

Heute beherbergt die ehemalige Residenz ein Kunstmuseum, dessen Eröffnung 1904 ein Ende des jahrhundertelangen Zerfalls einleitete. Das Museum wurde mehrmals erweitert und 2008 konnte schließlich der nun mit Glas überbaute Nordflügel als neuer Ausstellungsbereich eröffnet werden. Seitdem wird die ehemalige Ruine wieder vollständig genutzt, die damit auch zugleich eine der größten Kunstsammlungen in Sachsen-Anhalt beherbergt. Ausgestellt werden Gemälde, Grafiken, Plastiken, Münzen, Fotografien, Porzellan, Goldschmiedekunst und viele weitere Kunstgegenstände aus mehreren Jahrhunderten.

Öffnungszeiten des Kunstmuseums auf der Moritzburg und weitere Informationen über das Ausflugsziel Moritzburg Halle:

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Weitere Informationen über Halle (Saale) im Internet:

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Lage der Moritzburg in Halle:

Hier kann die Route zu diesem Ausflugsziel berechnet werden, auch vom aktuellen Standort aus. Außerdem bieten wir die GPS-Daten als Wegpunkt zum Download im GPX-Format an, für den Import in Navigationsgeräten und in Google Earth. Die GPS-Daten lauten: Latitude (entspricht dem Breitengrad) = 51.4866 und Longitude (entspricht dem Längengrad) = 11.9635.

Die im Stadtzentrum Halle an der Saale liegende Moritzburg auf dem Stadtplan bzw. der Landkarte von OpenStreetMap:

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